Austauschfahrt nach Coutances

Menschen am Strand bei schlechtem Wetter

Rund 40 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 machten sich auch in diesem Jahr, am 15. Mai, wieder auf den Weg nach Coutances in der Normandie, wo sie am Collège Prévert herzlich empfangen wurden. Begleitet wurde die Gruppe von Amina Laribi und Matthias Eisen. Ermöglicht und finanziell erheblich erleichtert wurde die Fahrt durch die Förderung im Rahmen von Erasmus+.

Nach der langen Anreise begann der Austausch zunächst ganz unmittelbar: mit einem Wochenende in den französischen Gastfamilien. Bei gemischtem Wetter, aber umso größerer Gastfreundschaft, erlebten die Schülerinnen und Schüler französischen Familienalltag, überwanden erste sprachliche Hürden und lernten ihre Austauschpartnerinnen und Austauschpartner besser kennen. Ein besonderes Highlight war das überregional bekannte Jazz-Festival „Jazz sous les Pommiers“, das noch bis Samstagabend ein beliebter Treffpunkt war. 

Am Montag und Mittwoch stand der Schulbesuch am Collège Prévert auf dem Programm. Dabei erhielten die Jugendlichen spannende Einblicke in den französischen Schulalltag, der an manchen Stellen etwas strikter, reglementierter und lehrerzentrierter wirkt als gewohnt. Manch besonders mitteilsame Kreatur aus der deutschen Gruppe lernte dabei, dass französische Lehrkräfte durchaus in der Lage sind, auch ohne lange Vorwarnphase für Ruhe im Raum zu sorgen. Inhaltlich arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in deutsch-französischen Teams an einem Projekt zu kulturellen Missverständnissen, den sogenannten malentendus. Dabei wurde schnell klar: Manchmal reichen ein falscher Freund, eine ungewohnte Alltagssituation oder eine andere Essgewohnheit, und schon entstehen Missverständnisse — die sich mit Humor, Offenheit und ein bisschen Sprachmut meistens gut lösen lassen.

Ein echtes Abenteuer wartete am Dienstag: der Ausflug zum Mont-Saint-Michel. Besonders eindrucksvoll war die Wattwanderung durch die Bucht, bei der Wind, Kälte und reichlich seichtes Wasser für nasse Füße und unvergessliche Eindrücke sorgten. Auch kleinere Grenzerfahrungen gehörten dazu — etwa bei der kontrollierten Herstellung von Treibsand, die eindrucksvoll zeigte, wie faszinierend und tückisch das Watt rund um den Mont-Saint-Michel sein kann. Den Anweisungen der Guides musste dabei unbedingt gefolgt werden.

Am Mittwochabend ging es beim Bowling etwas entspannter, aber nicht weniger lebhaft weiter. Am Donnerstag folgte dann ein historisch besonders eindrücklicher Programmpunkt: der Besuch von Omaha Beach und anschließend Bayeux. Vor Ort wurde die Geschichte der Landung der Alliierten in der Normandie greifbar und machte deutlich, wie wichtig Frieden, Demokratie und europäische Verständigung bis heute sind.

Neben all diesen Programmpunkten blieben vor allem die Begegnungen in Erinnerung: die große Offenheit der französischen Familien, die ausgesprochen nette Zusammenarbeit mit den Lehrkräften und der Schulleitung in Coutances, gemeinsame Abende am Meer und wunderschöne Sonnenuntergänge über der normannischen Küste.

Als am Freitagmorgen die Rückreise begann, fiel der Abschied vielen entsprechend schwer — und wurde teilweise sehr emotional. Ein deutliches Zeichen dafür, dass aus einer Austauschfahrt in nur wenigen Tagen echte Begegnungen, neue Freundschaften und viele gemeinsame Erinnerungen entstanden.