Erster Wohlfühltag

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Erster Wohlfühltag am Städtischen Gymnasium Ettenheim

Ein Bericht von Lara Motz und Jessica Kollmer (10a)

Am 25.02.2026 fand zum ersten Mal der sogenannte Wohlfühltag am Städtischen Gymnasium Ettenheim statt. Dies war ein von SchülerInnen mitgestalteter Tag für die Klassenstufen 9 und 10 rund um das Thema Mentale Gesundheit. Durch eine vorher durchgeführte Schülerumfrage fokussierte man sich auf die Themen Stress/Angst/Leistungsdruck und Zukunftsfragen bzw. ein Leben nach der Schule. Neben individuellen Mentoringgesprächen zwischen SchülerIn und LehrerIn gab es ein abwechslungsreiches und informatives Rahmenprogramm bei dem auch zwei externe ExpertInnen über eigene Erfahrungen berichtet haben.

Das Programm wurde um 9:40 Uhr von Frau Kostyra-Florenz, welche sich für die Umsetzung eines solchen Tages einsetzte, eröffnet. Nach kurzer Begrüßung stieg sie mit der Schülerschaft in das Thema Mental Health ein. Sie motivierte die SchülerInnen an diesem Tag aktiv mitzumachen und ihn zu nutzen, da man Wertvolles mitnehmen kann. Durch Fragerunden und Bewegungsabläufe gab es erste nützliche Erkenntnisse. Leitfragen dabei waren: Wie gehe ich mit mir selbst um? Was kann ich tun, wenn ich mich blockiert fühle? Was hilft mir bei Stress, Druck oder wenn ich mich überfordert fühle? Ein Aspekt wäre die Visualisierung eines Satzes: Ich schaffe das! Ich bin gut, so wie ich bin! Frau Kostyra-Florenz betont, dass besonders auch Bewegung und Atmung wichtige Faktoren seien, um sich in stressigen Situationen locker zu machen: sie nennt dieses Modell ABS+ (Atmung, Bewegung, Stimme, Visualisierung). Frau Jautelat befürwortete diesen Tag auch ausdrücklich und bedankte sich schon im Voraus bei allen, die zur Umsetzung des Tages beigetragen haben. Denn ein solches Programm benötigt gute Planung; eine große Anzahl freiwilliger SchülerInnen beteiligte sich. Man teilte sich in verschiedene Teams ein wie z.B. das Technik-/Medienteam, die Workshopteams, etc. und übernahm Aufgaben. Dies war mitunter ein Garant des reibungslosen Ablaufes.

Unter den Schülern stießen diese Ideen auf große Begeisterung. Viele sahen so einen Tag als dringend nötig und waren der Meinung, dass Themen wie mentale Gesundheit, Leistungsdruck und Selbstbild meist viel zu kurz im Schulalltag kämen. Besonders in ihrem Alter sei mehr Aufmerksamkeit und Offenheit gegenüber solcher Themen wichtig.

Nach der Einführung durften wir Lukas Bosse begrüßen. Dieser arbeitet beruflich als Psychologe in Basel und unterhielt sich mit den SchülerInnen über Stress, dessen Auslöser/Faktoren und wie man damit umgehen kann. Ein kurzes Interview, was im Anschluss an den Tag mit Herrn Bosse noch aufgezeichnet wurde, wird bald von der Schule veröffentlicht.

Dann ging es weiter mit parallel laufenden, 45 Minuten langen Workshops. Die SchülerInnen durften nach Interesse wählen, welchen sie sich anhören wollten. In verschiedenen Zimmern gab es unterschiedliches Programm: In einem Zimmer wurden wertvolle Tipps z.B. zum Überwinden von Demotivation geteilt. In einem anderen widmete man sich dem Thema Stress, beleuchtete innere und äußere Stressfaktoren und teilte eigene Erfahrungen. Außerdem lief im Hintergrund Musik, was für eine angenehme Atmosphäre sorgte. Um das Klären von allgemein wichtigen Fragen ging es in einem anderen Workshop. In der Alten Halle hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit Herrn Bosse Fragen zu stellen. Außerdem wurde der sogenannte „Raum des kreativen Ausatmens“ eingerichtet. Kreativ, da z.B. Mal-/Zeichenmaterialien oder Gesellschaftsspiele sowie gemütliche Sitzeinrichtungen zur Verfügung gestellt wurden. SchülerInnen betonten, dass die Auswahl der Themen in der Workshops spannend sei und Interesse weckten. Es bot sich ihnen die Möglichkeit eigene Erfahrungen einzubringen und diese im Austausch miteinander zu teilen.

Im Anschluss schaltete sich vor versammelter Schülerschaft Dominique de Marné per Videoanruf dazu. Diese berichtete über ihre Vergangenheit: sie war Betroffene psychischer Erkrankungen wie Borderline, Alkoholsucht und Depressionen. Sie teilte ihre Erfahrungen und sprach über den Weg ihrer Genesung. Dominique de Marné ist mittlerweile Unternehmerin und Gründerin der Mental Health Crowd. Sie veröffentlichte am Folgetag ihr drittes Buch über Mentale Gesundheit.

Die Reaktionen auf diesen besonderen und erstmaligen Tag waren überwältigend. Eine Schülerin beschrieb ihn unter anderem als erfrischend und inspirierend. Aber nicht nur Schülerinnen und Schüler waren begeistert, auch die LehrerInnen sahen diesen Tag als vollen Erfolg an. Dieses Angebot war ein Geschenk an die SchülerInnen, da mentale Gesundheit bisher deutlich zu wenig im schulischen Kontext behandelt worden sei, so die Meinung eines Lehrers. Außerdem wurde von Lehrern mehrfach erwähnt, dass dieses Angebot auch für jüngere SchülerInnen verfügbar sein sollte. Das Thema Mentale Gesundheit solle künftig öfter behandelt und unterstützt werden. Nach so einem erfolgreichen Tag, wird es sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass er am Städtischen Gymnasium stattfand.