
In den vergangenen Jahren wurde das Leben teurer – und mit ihm auch die Ausrichtung eines Abiballs. Punsch- und Waffelverkäufe auf dem Pausenhof, ein Stand auf dem Weihnachtsmarkt, zuletzt dann eine Pfandflaschen-Sammelaktion – unser Hausmeister Bernhard Mösch sah die immer wiederkehrenden verzweifelten Versuche unserer angehenden Abiturient:innen, ihre Abikasse aufzustocken. Das musste doch auch anders gehen. Vor den Herbstferien kam ihm dann die zündende Idee. Wie in jedem Jahr stand das Streichen einiger Klassenzimmer an. Eine Aktion, die die Stadt Ettenheim als Schulträgerin finanziert, und die so leicht gar nicht zu organisieren ist. Denn gestrichen werden kann wegen der Trocknungszeit der Farbe nur in den Ferien. Die zeitliche Inflexibilität erschwert wiederum das Engagieren eines Fachbetriebes. Bernhard Mösch sah die Chance, sowohl dieses organisatorische Problem als auch das Problem des Abiturjahrgangs zu lösen. In Absprache mit der Stadt schlug er dem Abiturjahrgang vor, ihn gegen eine angemessene Entlohnung beim Streichen zu unterstützen. Die Kursstufe stimmte begeistert zu und stellte ein Team aus 14 streichwilligen Schüler:innen zusammen.
In den Herbstferien wurden dann die Pinsel geschwungen. Insgesamt sechs Klassenzimmer strich die Crew aus der Kursstufe 2 unter Aufsicht und Anleitung von Bernhard Mösch. Der Hausmeister war begeistert und lobte die saubere Arbeit der angehenden Abiturient:innen. Es sei eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten, sagte er. Die Schülerschaft des Gymnasiums Ettenheim freute sich nach den Herbstferien über strahlendweiße Klassenzimmer und die Abikasse war um eine relevante Summe aufgestockt. Die Aktion war ein großer Erfolg – so groß, dass Bernhard Mösch in Zukunft jedem Abiturjahrgang anbieten möchte, sich auf diese Weise etwas dazuzuverdienen.