Jugendkonferenz 2026

Jugendkonferenz 2026

Junge Menschen diskutieren über Zukunft, Demokratie und Bildung

 

Ein Bericht von Anton Hoch (Schülersprecher, Kursstufe 1)

Am Donnerstag, 5. Februar 2026, fand in der altern Halle des Städtisches Gymnasium Ettenheim zum zweiten Mal die Jugendkonferenz statt. Als eine von 150 Jugendkonferenzen im Land bot unser Programm knapp 100 politisch ambitionierten Jugendlichen der Klassen neun bis elf die Möglichkeit, über politische Themen zu beraten. 

Folgende sieben Pflichtthemen wurden von Kultusministerium vorgegeben: Jugendbeteiligung, Demokratie und Staat, Politik sowie Wirtschaft, Arbeit und Beruf, Digitalisierung und künstliche Intelligenz, Schule und Bildung und Sicherheit und Frieden. Optional hatten sich die Schüler für die Themen Klima und Nachhaltigkeit, Schüler- und Jugendaustausche und Infrastruktur entschieden.

Bürgermeister Bruno Metz und Schulleiterin Luisa Jautelat eröffneten das Forum. Während seiner Rede thematisierte Bruno Metz nicht nur Kommunalpolitisches, sondern nahm auch das große Ganze in den Blick, indem er auf geopolitische Herausforderungen wie den Klimawandel, internationale Kriege und die Krise der Demokratie einging. Im Anschluss stellte er sich engagiert den Fragen unserer Schüler.

Unter diesem Eindruck kamen die Schüler in ihren Arbeitsgruppen zusammen. Die beiden ehemaligen Schülersprecher Luise Cilhar und Leo Billharz moderierten motivierend durch die Veranstaltung. Die Arbeitsgruppe „Jugendbeteiligung“ verlangt mehr Partizipationsrechte und Einflussmöglichkeit auf politische Entscheidungsprozesse für Jugendliche relevanter Themen beispielsweise der Sozialpolitik und Wehrplicht. Auch die Gruppe „Sicherheit und Frieden“ griff die kontroverse Debatte um die Wehrplicht auf und forderte Gleichberechtigung, insbesondere bei der Ausfüllpflicht der Musterungsformulare, die aktuell nur für achtzehnjährige Männer gilt. Außerdem benannte die Arbeitsgruppe Sicherheit im Netz als zentrales Anliegen. Zudem setzten sich die Schüler mit der unsicheren geopolitischen Lage auseinander und forderten einen aktualitätsbezogenen Unterricht. Die Gruppe, die sich mit Fragen um Demokratie und Staat beschäftigt hatte, identifizierte die Spaltung der Gesellschaft als zentrale Herausforderung. Zum Thema „Schule und Bildung“ und „Wirtschaft“ wird konzeptionell eine Schulreform verlangt, die Anpassungen des Lehrplans im Bezug auf mehr Anforderungen des Alltags und der Einführung eines nachhaltigen Bildungs- und Berufsorientierungsprogramms, das sich durch Praxisnähe auszeichnet vornimmt. An die Schule richten sich konkrete Forderungen, wie beispielsweise die Entzerrung des Klausurenplans und mehr Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Schülern, Lehrern und Schulleitung. Zudem soll die Schule internationale Perspektiven bieten, um die Schüler auf einen europäischen Arbeitsmarkt und darüber hinaus vorzubereiten. Die Gruppe, die sich mit Infrastruktur beschäftigt hat, fordert auf kommunaler Ebene konkret, dass ÖPNV rund um Ettenheim weiter ausgebaut werde. Die Verlässlichkeit der Deutschen Bahn solle verbessert werden. Dabei sehen die Schüler auch das Land in Plicht, für ein attraktives Angebot zu sorgen. Hier hakt auch die Gruppe, die sich mit Engagement für Klima und Nachhaltigkeit beschäftigt hat, ein. Sie schildert das Problem des Gefühls, nicht ernstgenommen zu werden. 

 

Genau da setzt die Jugendkonferenz an, um ein Forum zu bieten, Meinungen auf Augenhöhe auszutauschen und so die Teilhabe Jugendlicher am politischen Diskurs zu ermöglichen. Demokratie wird so erlebbar gemacht.

Unsere Forderungen werden an die Schulleitung sowie an die Landesregierung weitergetragen. Eine Delegation des Städtischen Gymnasiums wird die erarbeiteten Positionen im Juli 2026 auf der Landesjugendkonferenz in Stuttgart vorstellen, entsprechend dem Motto der Jugendkonferenz: „Deine Stimme zählt!“