Ein Bericht von Klaus Schade
Zu einem „Kleinkunstabend“ hatte die Kursstufe 2 des Städtischen Gymnasiums, die den Erlös aus Bewirtung und Spenden des Abends traditionsgemäß in die Finanzierung des Abiballs einfließen lässt, eingeladen. Was die rund hundert Kids und Jugendlichen von der Klasse 5 bis hinauf in die K1 in einem zweistündigen Programm der Zuhörerschaft im proppevollen Foyer der Schule boten, war dann aber wahrlich „große Kunst“ in breitem musikalischem Spektrum. Der Abend stellte einmal mehr das ausgeprägte musikalische Profil der Schule unter Beweis, das unverkennbar von der Handschrift der Musiklehrer Markus Hummel und Silke Hausmann geprägt ist – wie an diesem Abend auch.
So waren auch die Auftakt-Beiträge der beiden Programmteile vor und nach der Pause von den Bläserklassen 5 und 6 geprägt. Wohin diese Eingangsprofile der beiden Starterklassen mit der Heranführung und Begeisterung für ein Blasinstrument zu führen vermag, das sollte sich dann gegen Ende des Abends in den drei Auftritten der Jazz- und Pop-AG mit ihren vierzig Mitwirkenden in beeindruckender Weise zeigen. Markus Hummel und seinen Bläser-Ensembles brandete jedenfalls mehrfach der Applaus der Zuhörerschaft im abgedunkelten Foyer entgegen.
Das abwechslungsreiche Programm war in starkem Maße auch geprägt von bemerkenswerten Klavierbeiträgen, die ganz oft von Gesang begleitet waren. Die deutsche Popsängerin Sophia lieferte gleich vier jungen Künstlern aus den Klassenstufen 5 bis 7 den Stoff für ihre anrührenden Beiträge – anrührend nicht nur wegen der instrumentalen Ausgestaltung, sondern auch der Texte, die mit Bildern aus der Natur (Schmetterlinge, Regen, Blumen) zum Bewusstsein des Selbstwertes ermutigen. Sophia – man darf davon ausgehen, dass so manche in den Zuhörerreihen die wunderbaren German Pop-Song zuhause noch einmal abrufen. Und welch eine Aktualität der Botschaft des Songs von Udo Lindenberg: „Wozu sind Kriege da?“. Fürwahr: Keiner will sterben; keine Mutter will ihr Kind verlieren; keine Frau ihren Mann. Welche bescheuerten Motive liegen Kriegen zugrunde! Weitere musikalische Beiträge passten sich in den genannten Themenbereich nahtlos ein – um dann in beiden Programmteilen geradezu kontrapunktisch „Klassik“ wie Beethovens „Für Elise“ oder die bekannte Rhapsodie Nr. 2 in G-Moll von Johannes Brahms einzufügen.
Höchst interessant auch die stimmlichen Entwicklungen der Sängerinnen im Alter von zehn, elf Jahren bist hinauf zu 14, 15 Jahren zu verfolgen: von herzergreifend kindlichem Klangbild bis zur unverkennbar geschulten, ausgereiften Stimmlage, die sich beispielsweise auch in den Beiträgen der zwölfköpfigen Stimmbildungs-AG unter Leitung von Silke Hausmann zeigte. „What about us?“ von Pink oder die Vertonung von Eichendorffs Gedicht „Schläft ein Lied in allen Dingen“ – man erspürte beim Zuhören immer wieder, dass es an diesem Abend selbstverständlich in erster Linie darum ging, die vielfältigen, beeindruckend musikalischen Fähigkeiten der rund hundert mitwirkenden Schülerinnen und Schüler zu zeigen, dass aber auch den textlichen Botschaften ein hoher Stellenwert beigemessen wurde.
Äußerst gelungen auch die Moderation, mit der die K2-Schüler Alessio und Madiane durch das Programm führten: witzig, humorvoll, sich teilweise in ihrem musikalischen Verständnis auf die Schippe nehmend. Es war ganz sicher nicht leicht, das Publikum durch ein Programm mit 24 Beiträgen unterschiedlichster musikalischer Genres zu führen – den beiden auch kleidungsmäßig entsprechend gestylten, angehenden Abiturienten gelang das schier in Perfektion.
Dann ging es allmählich zum „final Countdown“ der Jazz- und Pop-AG unter Leitung von Markus Hummel – um am Ende noch durch zwei Auftritte einer vierköpfigen Special-Boyband, bestehend aus Lehrern der Schule, überrascht zu werden. Mit ihrer Begeisterung, ihrem Lob und Dank für einen großen Kleinkunstabend sprach Schulleiterin Luisa Jautelat gewiss der Zuhörerschaft aus dem Herzen.
