Gymnasium Ettenheim bei der Landesjugendkonferenz 2025 in Stuttgart
Demokratie lebt vom Mitmachen – und genau das stand im Mittelpunkt der diesjährigen Landesjugendkonferenz am 15. Juli 2025 in Stuttgart. Mit dabei: Zwölf engagierte Schüler:innen des Gymnasiums Ettenheim sowie Verbindungslehrer Herr Eisen. Früh morgens um 6:15 Uhr startete die Gruppe am Bahnhof Orschweier und kehrte am Abend mit vielen Eindrücken und Denkanstößen zurück.
Im Gespräch mit Minister:innen – und auf dem Podium
Mehr als 500 Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg waren der Einladung des Kultus- und Sozialministeriums gefolgt. Im Zentrum des Programms stand eine Fishbowl-Diskussion mit Kultusministerin Theresa Schopper und Sozialminister Manne Lucha, bei der Schüler:innen nicht nur Fragen stellen, sondern auch direkt mitdiskutieren konnten. Für das Gymnasium Ettenheim war Filip Becker auf dem Podium vertreten – er diskutierte mit der Ministerin über das skandinavische Bildungswesen und brachte dabei wichtige Impulse ein.
Top-Themen: Mentale Gesundheit & Demokratie
Anschließend stimmten die Teilnehmer:innen via Mentimeter über die drängendsten Themen ab – ganz oben auf der Liste: Mentale Gesundheit und die Zukunft der Demokratie. Sozialminister Manne Lucha sprach dazu offen – seine Kernaussage: Jugendliche müssten „resilienter“, also widerstandsfähiger, werden. Eine Position, die nicht bei allen auf Zustimmung stieß. Besonders kontrovers wurde außerdem über ein mögliches AfD-Verbot diskutiert.
Visionen – und Probleme im Schulalltag
Am Nachmittag standen vier thematische Workshops zur Auswahl – zu Medienbildung, Fake News & KI, Zukunft der Schule, Jugendbeteiligung in einer Demokratie unter Druck sowie gesellschaftlichem Zusammenhalt und Ehrenamt. Diskutiert wurde dabei unter anderem über die Möglichkeit, Lehrkräfte zu bewerten oder Lehrpläne zu entschlacken. Gleichzeitig wurde auch deutlich, dass es eine Diskrepanz zwischen großen Reformideen und konkreten Alltagsproblemen gibt – etwa bei ekligen Toiletten, fehlendem Vertrauen gegenüber Lehrkräften oder dem Wunsch nach mehr Zeit für Persönlichkeitsentwicklung.
Politik unter Druck – Schüler:innen stellen Fragen
Den Abschluss bildete eine lebhafte Podiumsdiskussion mit Vertreter:innen der Landtagsfraktionen von SPD, CDU, Grünen und FDP. Moderiert von Johanna Lohrer mussten sich die Politiker:innen den direkt formulierten Fragen der Jugendlichen stellen – und erhielten für ihre Antworten sofort Feedback per Kartenzeichen.
Cringe-Momente, gute Gespräche und Muffins mit Schoko
Weniger überzeugend war für viele der "Kick-Off-Impuls" des selbsternannten Gen Z-Experten Felix Behm. „Völlig cringe“, so das Urteil von Quentin, und Sabine Himmel fühlte sich durch dessen Aussagen „kaum repräsentiert“. Umso positiver wurde die restliche Veranstaltung aufgenommen: gute Organisation, echte Gespräche auf Augenhöhe und leckere Verpflegung mit Brezeln, Currywurst, Gemüsebratlingen, Muffins mit Schoko oder Blaubeeren sowie Eis und kühlen Getränken sorgten für ein rundum gelungenes Erlebnis.
Fazit: Politik und Jugend – Gespräch auf Augenhöhe
Am Ende des Tages blieb das Gefühl: Politik und Jugend können miteinander ins Gespräch kommen – wenn beide Seiten bereit sind zuzuhören. Für die Schüler:innen des Gymnasiums Ettenheim war die Konferenz eine wertvolle Erfahrung, die zum Nachdenken, Diskutieren – und Mitgestalten – motiviert hat.
