Was brauchen Schülerinnen und Schüler heute für eine Welt von morgen?
Dieser Frage widmete sich am 28.01. eine Podiumsdiskussion im Rockcafé Altdorf, veranstaltet vom Bündnis für Demokratie Ettenheim. Ehemalige Schulleiterinnen und Schulleiter diskutierten gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Ettenheimer Schulen über Schule im Wandel – moderiert von Frau Dr. Blanke-Kießling aus Lahr, die souverän und wertschätzend durch den Abend führte.
Das Gymnasium Ettenheim war dabei stark vertreten: Die Schülerin Linea Kemper (10c) brachte die Perspektiven, Erwartungen und Erfahrungen der aktuellen Schülerschaft engagiert und reflektiert in die Diskussion ein. Mit Frank Woitzik, ehemaliger Schulleiter des Gymnasiums Ettenheim, war zudem langjährige schulische Erfahrung und ein differenzierter Blick auf Entwicklungen und Herausforderungen des Bildungssystems auf dem Podium präsent.
Ausgehend von persönlichen Rückblicken auf über fünf Jahrzehnte Schulerfahrung – geprägt von positiven Erinnerungen an außerschulische Erlebnisse, die Grundschulzeit und ein förderliches Schulklima – wurden auch aktuelle Herausforderungen benannt: Leistungsdruck, Noten, Stress, psychische Belastungen, enge Stundenpläne und strukturelle Zwänge. Demgegenüber standen zahlreiche Ideen zur Verbesserung, etwa durch bauliche Maßnahmen, Austauschprogramme, Projektarbeit, persönliches Feedback, die Rückkehr zu G9 sowie eine stärkere Sensibilisierung für mentale Gesundheit.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie Schule junge Menschen auf ihre Rolle als mündige Mitglieder einer demokratischen Gesellschaft vorbereiten kann. Deutlich wurde die große Bedeutung von Demokratiebildung, Medienkompetenz, kritischem Denken und gemeinschaftlichem Problemlösen. Schule müsse ein Ort sein, an dem junge Menschen ernst genommen werden, im Gespräch bleiben können und Raum haben, über Themen zu sprechen, die sie wirklich beschäftigen.
Während die Schulleitungsseite insbesondere frühkindliche Bildung, Sprachförderung, Kreativität, musische Bildung und soziale Kompetenzen betonte, formulierten die Schülerinnen und Schüler klare Erwartungen an Schule: stärkere digitale Bildung, ein Eingehen auf ihre Lebensrealitäten, Alltags- und Berufsorientierung, Wertevermittlung sowie ein reflektierter Umgang mit Geschichte.
Auch das „Bürokratie-Monster“ Bildungssystem wurde kritisch beleuchtet: Es wurde als veränderungsresistent beschrieben, große Reformen seien schwer umzusetzen – umso wichtiger sei die Arbeit vor Ort, an der Basis, mit mutigen Spielräumen und individuellen Freiheiten.
Bereichert wurde die Podiumsdiskussion durch zahlreiche Wortmeldungen aus dem Publikum, die Kritik, konkrete Verbesserungsvorschläge und viel Wertschätzung einbrachten. Genannt wurden unter anderem Ideen wie eine stärkere Vernetzung der Schülerschaft, neue Lernformen, ein Schülerforum, eine Mediathek, demokratischere Entscheidungsprozesse oder auch eine neue Halle.
Für das Gymnasium Ettenheim lässt sich aus diesem Abend ein klares Fazit ziehen: Schule der Zukunft gelingt dort, wo Dialog ernst genommen wird, Schülerstimmen gehört werden und gemeinsame Verantwortung für Lernen und Miteinander übernommen wird. Die Impulse der Diskussion bestärken den Weg, demokratische Beteiligung, Kompetenzerwerb und eine lernförderliche Schulkultur weiter in den Mittelpunkt der Schulentwicklung zu stellen. Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern wie dem Bündnis für Demokratie ist dabei ein wichtiger Baustein.
